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Slideshow CK

St. Josef
Kapelle Mimberg, Pfarrkirche, Kindergarten
St. Josef
Unsere Pfarrkirche
St. Josef
beim Gottesdienst

Bauen wir eine Arche!   

Aufgrund des Versammlungsverbotes war es dem
Ökumenischen Arbeitskreis in diesem Jahr nicht mög-
lich, den traditionellen ökumenischen Gottesdienst
am Pfingstmontag vorzubereiten, so dass er leider
entfallen muss.

Dennoch möchte der Ökumenekreis Sie alle ganz herz-
lich mit diesen Gedanken zum Pfingstfest grüßen:


Foto: Kerstin Weickert

Liebe Schwestern und Brüder im gemeinsamen Glauben,

Hagelkörner zwischen grünen Blättern – sicher erinnert sich noch so mancher an den plötzlichen Hagelschauer, der am 20. Juni 2019 über Schwarzenbruck hinweg zog und dabei Gärten verwüstete und Überdachungen zerstörte. Aber durch ihn entstand auch dieses wunderschöne natürliche Kunstwerk: weiße Hagelkörner, die wie Perlen im grünen Blattwerk glitzern.

Altes vergeht, Neues entsteht – der immer wiederkehrende Lauf der Welt. Die Sintflut zerstörte viel, doch es entstand danach neues Leben. Jesus starb, aber drei Tage später folgte seine Auferstehung. Genauso Pfingsten, das wir in diesen Tagen feiern: An Christi Himmelfahrt verschwand der Mensch Jesus endgültig aus dieser Welt, doch er hat seinen Jüngern den versprochenen „anderen Tröster“ geschickt, seinen Geist. Und dabei hat eine Veränderung zum Besseren stattgefunden: Der vergängliche Mensch – mit all seinen Ängsten und Leiden – wurde zu ewigem Geist.

Warum fällt es uns schwer, Altes loszulassen? Warum hängen wir so sehr an unseren eingefahrenen Gewohnheiten, die oft genug Stress und Fremdheit mit sich bringen? Warum sehnen wir uns nach einer „Normalität“, die unsere Natur und damit unsere Lebensgrundlagen zerstört? Viele erleben in dieser Zeit der Ausgangsbeschränkungen eine Entschleunigung des Alltags oder das Familienleben positiv: Endlich einmal miteinander leben können und nicht nebeneinander her. Notzeiten sind eine Zäsur, um zu fragen, was in meinem, in unserem Leben falsch läuft. Sie schaffen immer auch Anreize für Kreativität, alte Strukturen weiterzuentwickeln, Neues zu ersinnen. Warum sehen wir die aktuelle Krise nicht als Gottesgeschenk, unser Leben zu überdenken, seinen Sinn zu hinterfragen und in uns hineinzuhören, um das Wesentliche zu erforschen?

Auch für die Jünger brach damals eine neue Zeit an, sie mussten das Leben mit Jesus loslassen und sich auf ein anderes einstellen. Dazu hat Gott ihnen seinen Geist geschenkt, aber nicht nur ihnen, er wurde auch uns zuteil. Stellen wir uns doch die Frage, was Gott uns mit dieser Krise sagen will, und bitten wir ihn um seine Hilfe, gestärkter und reifer aus ihr hervorzugehen. Trauern wir nicht unserem alten Leben nach, sondern überdenken wir es und haben wir den Mut, es zu verändern. „Denn Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben, sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.” (2. Tim. 1,7) Oder um es mit dem Bild der Sintflut auszudrücken: Versuchen wir nicht, das Wasser aufzuwischen, sondern bauen wir eine Arche!

Ein gesegnetes Pfingstfest wünscht Ihnen im Namen des Ökumenischen Arbeitskreises

Kerstin Weickert